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Unter den
Wolken Dr. Günther Philipp „Und unter den Wolken“, so könnte man
unser Firmenmotto „In allen Erdteilen - auf allen Meeren: Ketten aus Kalthof“ ergänzen, denn seit
vielen Jahren liefern wir Ketten für Windkraftanlagen. Es löst immer wieder
großes Erstaunen aus, wenn ich bei Betriebsbesichtigungen oder in beruflichen
und privaten Gesprächskreisen davon berichte, dass wir auch in der Windindustrie
tätig sind. Wir werden als
Kettenhersteller eher den traditionellen Industrien zugeordnet, aber nicht
mit dem aktuellen Thema alternative Energien in Verbindung gebracht. Dabei
verfügt jede Windkraftanlage über ein Kettenhebezeug. |
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Und warum das so ist, das
wollte ich selbst gerne in Erfahrung bringen. Die Sendung mit der Maus zu
befragen, schloss ich als Möglichkeit von vorneherein aus. Obwohl die
vielleicht leichter die Möglichkeit bekommen hätten, eine Windkraftanlage zu
besteigen als ich. Sicher angeleint, ist es zwar ungefährlich hinauf zu
klettern. Wenn es einem dann doch schwindlig wird oder man plötzlich
Höhenangst bekommt, dann ist eine Bergung unter den beengten Verhältnissen
schon sehr schwierig. Diese Verantwortung wollen viele Betreiber nicht
übernehmen. |
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Unerwartet bekam ich dann von
unseren Partnern bei der RAG, bei denen man eigentlich eher nicht
Befürworter der Windenergie vermutet, das Angebot, das Bürgerwindrad
Schwerin in Castrop-Rauxel zu „befahren“ (in der Bergmannssprache heißt jede Bewegung
des Bergmanns „fahren“). Mit von der Partie waren vier
Mitarbeiter der RAG aus Herne und ein Mitarbeiter der Firma Eickhoff, die neben Walzenladern für den Bergbau auch Getriebe
für die Windkraft fertigt. Am Nachmittag des 28.
September 2010 war es dann soweit. Wir wurden sehr herzlich mit Kaffee und
Brötchen von dem Ehepaar Leonore und Wolfgang Schröder sowie Karl-Heinz Glowsky, als Vertreter der über 100 Mitglieder zählenden
Betreibergesellschaft „Bürgerwindrad
Castrop-Rauxel“
empfangen. |
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Die Windkraftanlage besitzt
eine maximale Leistung von 600 kW und ist seit 1999 in Betrieb. Sie ist 60 m
hoch und besitzt einen Rotor mit einem Durchmesser von 48 m. Seit ihrer
Inbetriebnahme hat sie über 10 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. |
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Nach dieser kurzen
technischen Erklärung und einer Sicherheitseinweisung ging es die Leitern hoch.
Zunächst stieg Herr Glowsky hoch, um die
notwendigen Vorbereitungen für uns Besucher zu treffen und die Gondel oben
zu öffnen, damit wir überhaupt genügend Platz dort oben vorfanden. Der Turm ist in drei Abschnitte
von je 20 m Höhe unterteilt. Diese sind durch Stahlbühnen abgetrennt, die
jeweils durch eine Klappe zu öffnen sind. Dort kann man beim Auf- und Abstieg
rasten. Man kann sich jedoch auch an jeder Stelle der Leiter durch ganz
bequemes Zurücklehnen gegen die Innenwand des Turmes ausruhen. |
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Mit 60 m Turmhöhe hat die Anlage in Castrop-Rauxel
eine mittlere Größe. Windanlagen erreichen heute eine Höhe von mehr als 130
m. Trotzdem spürt man den Aufstieg in Armen und Beinen. Oben angelangt wird
man durch einen tollen Ausblick auf die Umgebung entschädigt – und das selbst
bei diesigem Wetter, wie es am Tage meines Aufstieges herrschte. |
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Und dann entdeckte ich noch
ein kleines, aber wichtiges Detail – nämlich ein Hebezeug und einen
Kettenbehälter, in dem sich eine THIELE-Hebezeugkette
versteckte. Für das Foto habe ich sie herausgefummelt und anschließend
feststellen können, dass sie einen tadellosen Zustand aufwies. Die Frage,
warum sich ein Hebezeug dort oben befindet, hatte sich für mich spätestens
nach dieser Erstbesteigung beantwortet. Ich hätte nicht mit einer
Werkzeugtasche oder einem noch so kleinen Ersatzteil auf dem Buckel
heraufsteigen mögen. Und deshalb hebt das Hebezeug
mit der THIELE-Kette nicht nur die Stimmung der
Wartungsfachleute, sondern auch alles, was sie brauchen, um ihre Arbeit
erledigen zu können. Die sind nämlich - nicht so wie wir – bloß zum Kucken
oben. Und wenn sie dann doch etwas unten vergessen haben, dann kucken sie
nicht nur dumm aus dem Sicherheitsgeschirr, sondern müssen zusehen, wie sie
möglichst schnell wieder hinunter- und heraufkommen. |
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Ich hatte nur noch den
Abstieg vor mir, der jedoch noch mehr in die Arme ging als der Aufstieg. Eine
spürbare Anlage für einen Muskelkater in Armen und Beinen machte mich sehr
froh, dass ich das Fett, das ich mir in mein Hemd und meine Hose geschmiert
hatte, nicht wieder nach oben tragen musste. Es gab davon in der Turmgondel
reichlich. Ein tolles Erlebnis und dafür
auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an die engagierten Mitmenschen
der Bürgerwindanlage! Und wenn die dann doch eines Tages eine Ersatzkette
benötigen, meine Visitenkarte habe ich vorsichtshalber dort gelassen! |
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